Kirchen, Klöster und Ikonenmalerei in Bulgarien

Die Bekehrung zum Christentum im Jahre 864-865 ist ein Vorgang, der Bulgarien in eine der europäischen christlichen Mächte verwandelte. Ab Beginn ihrer Entstehung werden die christlichen Baudenkmäler zu Zentren des slawischen Schrifttums und der Kultur.

Einer der größten kulturellen und historischen Schätze Bulgariens sind die Klöster. Einige davon datieren noch aus der byzantinischen Zeit und haben viel zur Aufbewahrung des bulgarischens Geistes beigetragen, andere wurden an der Stelle von zerstörten Klöstern aufgebaut. Einige davon beeindrucken mit ihrer einzigartigen Architektur, andere – mit ihrem wertvollen Ikonen und meisterhaften Wandmalereien, und dritte – mit ihrer Lage in malerischen Eckchen des Landes.

Die berühmtesten Klöster Bulgariens sind das Rila-Kloster, das Batchkovo-Kloster und das Trojan-Kloster. Andere besonders malerische Klöster sind das Gloshen-Kloster in der Nähe von Teteven,“Heiliger Georgi der Siegreiche“ und das Roshen-Kloster „Geburt der Heiligen Mutter Gottes“ in der Gegend von Sandanski und Melnik.

Das Rila-Kloster

Das Rila-Kloster
Das Rila-Kloster: Zeugnis und Symbol für die „Bulgarische Renaissance“

Das Rila-Kloster ist das größte und imposanteste Kloster in Bulgarien. Mitte der 30er Jahre des 10. Jh. wurde es von dem Einsiedler Iwan Rilski und seinen Schülern gegründet. Iwan Rilski selbst ist einer der ersten bekanntesten bulgarischen Eremiten (ein Mensch, der mehr oder weniger abgeschieden von den Menschen lebt).

Die Zaren des Mittelalters haben das Kloster gut gepflegt und dadurch wurde es zu einem geistlichen Kulturzentrum des Landes. Ein Beweis dafür ist die Stiftungsurkunde von 1378, die heute noch im Klosterarchiv aufbewahrt wird. Während des 13. und 14. Jh. wurden im Rila-Kloster interessante Manuskripte, großartige Werke der Holzschnitzerei sowie hochkünstlerische Wandmalereien und Ikonen geschaffen.

Felsen-Klöster

In Nordbulgarien befinden sich einige Felsenklöster, die meisten davon sind nicht mehr bewohnt, aber trotzdem besonders interessant. Am Flußgelände von Russenski Lom liegen die meisten Felsklöster – das Besarbovski-Kloster ist das einzige aktive Felskloster in Bulgarien und das Ivanovo-Felskloster, ca. 25 km von dem Besarbovski-Kloster entfernt, ist in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. Ein anderes berühmtes Felskloster ist das Aldsha-Kloster in der Nähe des Schwarzmeerkurortes „Zlatni Pjassatzi“ ( Goldstrand):

Das Aladzha Kloster

Das Felsenkloster Aladzha ist eines der wenigen Felsenkloster in Bulgarien und befindet sich in der Mitte des Naturparks Goldstrand. Es wurde 1957 als Kulturdenkmal eingestuft und ist seither von nationaler Bedeutung. Der ursprüngliche christliche Name des Klosters ist nicht bekannt: „Aladja“ kommt aus dem persisch-arabischen Raum und bedeutet sinngemäß „bunt, farbenreich“ – das ist vermutlich wegen der bunten Wandmalerei. Die Zellen des Klosters wurden in 40 m hohe Kalksteinfelsen auf 2 Stufen gegraben in der sich die Klosterkirche, die Mönchenzellen, die Küche, eine kleine Friedhohfskirche und die Wirtschaftsräume befinden. Dazu gibt es noch eine Klosterkapelle und, ca. 600 m vom Kloster entfernt, eine Gruppe von Höhlen welche unter dem Namen „Katakombite“ bekannt sind.

Ikonenmalerei

Die Ikonenmalerei ist eng mit dem Christentum verbunden und überwiegend in der orthodoxen Welt verbreitet. Die bulgarische Ikonenmalerei entstand ca. ein Jahrhundert nach der Bekehrung zum Christentum. Zu den Zeiten, als Bulgarien Teil des osmanischen Reiches war, hat die Ikonenmalerei neben dem slawischen Schrifttum und Christentum sehr stark zur Aufbewahrung des Selbstbewusstseins des Volkes beigetragen.

Einzigartig sind die Keramikikonen der Pliska-Preslav-Kultur sowie die berühmtesten Muster aus der Zeit des zweiten Bulgarischen Reiches – die zweiseitige Ikone „Muter Gottes Katafigi und Heiliger Johannes Bogoslov“ (Die Ikone aus Poganowo“) vom 14 Jh., „Mutter Gottes Eleusa“ – zweiseitige Ikone aus Nessebar (13. – 14. Jh.) sowie „Mutter Gottes Odigitriya“ aus Nessebar, die durch ihren reichen Silberbeschlag beeindruckt (aufbewahrt im Batschkovo-Kloster).

Die Befreiung vom osmanischen Reich brachte auch eine Erneuerung der ikonenmalerei: der neue Stil definierte sich durch leuchtende, lebensfrohe Farben, dem Zeitalter entsprechende Bekleidung sowie eine häufige Darstellung von geheiligten bulgarischen Zaren und Patriarchen.

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